Grundschul-Hallenmeisterschaft im Fußball 2015 – Teil 1

Team

„Endlich kann es losgehen!“ – Das war der Tenor der meisten aus dem Team, welches sich am Morgen des 16. Februars in der Aula der GS Fuhsestraße nach und nach einfand.

Vorgeschichte
Nachdem die Wahl der AG „Schulmannschaft“ abgeschlossen war, gab es bei einigen Schülern große Enttäuschung. Hatten sich doch so manche so darauf gefreut, ein Teil dieses Teams zu sein. Doch anders als vielleicht in der Vergangenheit gab es diesmal andere Kriterien, die darüber entscheiden sollten. Gute Fußballer ja gerne, aber nicht um jeden Preis, sollte es diesmal heißen. Dieses Mal stand bei der Auswahl unter anderem das Sozialverhalten im Vordergrund. Und so kam es, dass einige Schüler lange Gesichter machten, als sie feststellen mussten, dass sie nicht zum Team der Schulmannschaft gehörten. Von diesem neuen Schulteam galt es nun, zehn Teilnehmer auszuwählen, die laut den Regularien des NFV die Schule bei den Grundschulmeisterschaften 2014/2015 vertreten durften.

Diejenigen, die es ins Team schafften, fanden sich an diesem besagten Morgen in der Aula ein. Dazu zählten: Ismail (2a), Batin (2a), Amir Ali (2b), Nico (3a), Eliott (3a), Efe (3b), Ada (3b), Badrig (4b), Laura (4b) und Toma (2c).

Begleitet wurden wir von Louisa und ihrem kleinen Hund Felix, der, so kann man es sich denken, für einige heitere Momente auf dem Weg zum Spielort GS Stöckener Bach sorgen sollte. Ausgestattet mit Proviant der netten Damen aus der Schulküche, mit den tollen neuen Trikots, die uns die Stiftung HELP spendiert hatte, und jeder Menge guter Laune machten wir uns auf den Weg zur Bahnstation.

Nach einer kurzen Reise mit dem grünen Eisenwurm der Üstra stiegen wir am Endpunkt in Stöcken aus und gingen den Rest bis zur GS Stöckener Bach zu Fuß. Wir gingen durch einen kleinen Park und durch ein kleines Wäldchen. Hier hatten wir noch jede Menge Spaß, besonders mit dem kleinen Felix, der die Kinder mit seiner witzigen Art ein ums andere Mal zum Lachen brachte.

Ankunft in der Halle
Wir betraten die Halle und stellten fest, dass die anderen Teams schon auf dem Feld standen und sich „warm“ machten, wie es bei den Fußballern so schön heißt. Was nicht bedeutet, dass sie drinnen alle auf der Heizung saßen, sondern dass sie durch verschiedene Bewegungsübungen ihren Körper auf das bevorstehende Spiel vorbereiteten.
Wir gingen in die für uns vorgesehene Kabine und schon fingen einige an, darüber zu sprechen, was sie gerade gesehen hatten. „Die sind ja alle viel älter und auch viel größer als wir!“ war zu hören. „Da haben wir ja keine Chance“. Anschließend war es ganz ruhig.
Zeit für die Teambesprechung. Ich versuchte nun als Coach die doch etwas geschockten Kinder wieder ein wenig aufzubauen. „Wir haben gar nichts zu verlieren, wir sind zum Spaß hier und wir sind doch die tapferen Löwen aus der Fuhsestraße. Wir spielen für alle, die heute nicht dabei sein können und jetzt an uns denken.“

Diese Ansage, „kurz und knackig“, reichte aus, um das kleine Löwenrudel wieder zu motivieren und in gute Laune zu versetzen, den Rest erledigte Felix. Und so machten wir uns auf den Weg zum Spielfeld. Dort der nächste Schreck: Was für eine große Halle! Dagegen ist unsere ja eine Duschkabine. Egal, wird schon…

Das erste Spiel
Wettbergen I, einer der Favoriten im Turnier, große Jungs und nur aus den 3. bzw. 4. Klassen. „Das gibt eine schöne Packung“, waren meine ersten Gedanken. Doch ich sollte mich irren, gewaltig sogar.
Anstoß: Sofort gingen die Jungs von Wettbergen I los wie eine Rakete. Sie ließen den Ball und auch unser Team laufen. Sehr feines Passspiel war zu beobachten. „Die spielen bestimmt schon lange zusammen, die sind alle im Verein“, war neben mir auf der Bank zu hören. Badrig, unser Torwart, musste einige Male sein ganzes Können aufbieten, und mit guten Paraden unser Team vor einem Rückstand retten. Dann kam, was kommen musste. Wettbergen I machte das 1 : 0 und die Löwen waren sichtlich beeindruckt. Aufmunterung nun vom Team auf der Bank. Anstoß Fuhsestraße: Auf einmal ein ganz anderes Bild. Feines Passspiel war von unserem Team zu sehen, Wettbergen I lief dem Ball hinterher. „Was ist denn mit meinen kleinen Löwen los?“, ging mir durch den Kopf.

Wir nutzten den großen Raum und ließen Ball und Wettbergen I laufen. Die Löwen waren aufgewacht und mutig, von Respekt gegenüber Wettbergen I nichts mehr zu spüren. Sie hatten tatsächlich ihre Krallen ausgefahren und waren nun bereit für den Fight.
Und es dauerte gar nicht lange, da war es Zeit zum Jubeln. Nach einem sehr schönen Doppelpass erzielte Eliott das umjubelte 1 : 1. Alle Löwen rannten aufs Spielfeld und waren vor Freude außer sich. Ich fing meine kleinen Löwen wieder ein, denn es waren ja noch einige Minuten zu spielen.

Sofort brachte ich mit Batin und  Ada zwei frische Spieler/innen, um die Abwehr zu stabilisieren. Eine gute Entscheidung, denn nun ging die Post ab. Meine kleinen Löwen spielten sich nun in einen wahren Rausch. Wettbergen I war nun völlig von der Rolle. Angefeuert von der Bank gaben die Löwen alles. Sie waren noch nicht satt, nein sie hatten noch Hunger. Die letzte Spielminute war schon angebrochen, da schnappte sich Eliott den Ball. Er umspielte zwei Spieler von Wettbergen I und holte den Hammer raus.

Buuuuuhhhmmm machte es und der Ball schlug im Tor von Wettbergen I ein. Nun gab es kein Halten mehr, die Löwen waren los und alle rannten aufs Feld. Ich hatte Mühe, die kleinen Löwen wieder einzufangen, denn es war ja noch nicht Schluss. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel noch einmal an und kurz darauf gleich wieder ab. Wir hatten es tatsächlich geschafft. Die kleinen Löwen aus der Fuhsestraße kriegten sich gar nicht mehr ein, sie waren alle aus dem Häuschen, sogar Frau Gerking die noch vorbei kam hatte feuchte Augen und konnte gar nicht glauben was sie gesehen hatte.

Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten und der Jubel abgeebbt war, begann die Vorbereitung auf die anderen noch ausstehenden Spiele. Wir verloren sie jedoch alle, die Kraft der kleinen Löwen war aufgebraucht. Die Halle zu groß, die kleinen Beine zu kurz? Wer weiß es schon, sie spielten tapfer und mit Herz bis zum Schluss. Alle haben alles gegeben. Was für ein tolles Team! Es gab die Tränen des Gewinners und die des Verlierers zu beobachten. Alles war dabei, viel Erfahrung haben sie gesammelt die kleinen Löwen, viel gelernt im Sport und für das Leben. Und so packten wir unsere Sachen und den kleinen Felix wieder ein und fuhren heim.

P.S.: Ein Dankeschön noch einmal an Louisa für die nette Unterstützung!

– von Matthias Müller (Stiftung HELP), 16.02 2015