Am 27.01.2026 zog in der Grundschule Mühlenberg eine ungewöhnliche Idee durch den Raum: Sich selbst adoptieren lassen. Vorgestellt wurde „Ich und Nikita und der Adopteur“ (Nikola Huppertz, Illustrationen: Iris Wolfermann) und gelesen hat Nikola Huppertz selbst. Die Lesung fand in der Lese-AG von Zehra Mujkovic statt.
Bevor überhaupt vorgelesen wurde, wurde erst einmal sortiert: Was ist ein „Adopteur“? Was bedeutet Adoption? Dazu gab es eine klare, kindgerechte Erklärung – ohne auszuweichen und ohne es größer zu machen als nötig. Auch Wörter, die nicht alle sofort kennen (z. B. Schrebergärten), wurden direkt nebenbei erklärt, damit niemand aus der Geschichte fällt.
Im Buch hat Valentin genug davon, immer nur „das zweite Kind“ zu sein, weil sein Zwillingsbruder Nikita gefühlt alles besser kann. Aus einem Gedanken wird eine Wette – und Valentin macht sich auf die Suche nach jemandem, der ihn „adoptiert“.
Und dann ist da Herr Zareba: der „komische“ Mann mit dem überwucherten Garten. In den Bildern taucht er erst nur von hinten auf – mit einem großen Sack. Später sieht man nur einen Finger, der auf Valentin zeigt. Mehr nicht. Aber es reicht, damit sofort Fragen im Raum stehen.
Spannend wird es, als klar wird: Herr Zareba schläft in seiner Laube. Gemeinsam wurde darüber spekuliert, wie das wohl aussieht und warum jemand so wohnt. Valentin will helfen: Er sammelt Äpfel aus dem Garten, kocht Apfelmus daraus und verkauft es. Daraus entsteht sogar eine kleine Kinderfirma, die Apfelmus herstellt, um Herrn Zareba unter die Arme zu greifen.
Am Ende dreht sich das Bild von Herrn Zareba noch einmal: Er hat ein gutes Herz. Das „Zwielichtige“ entsteht vor allem aus dem, was man von außen sieht und sich zusammenreimt. Denn eigentlich arbeitet er daran, das Gartenhäuschen auszubauen. Er macht die Laube gerade zu seinem richtigen Zuhause. Aus der anfänglichen Skepsis wird Schritt für Schritt Sympathie.
Begleitet wurde die Lesung durch eine Präsentation mit stark reduzierten, comicartigen Bildern (farblich einheitlich, viel Grün). Oft zeigen sie nur einzelne Dinge aus der Szene statt eines ganzen „fertigen“ Bildes – dadurch bleibt Platz für Fantasie. Mit kurzen Mitdenkfragen hielt sie alle aufmerksam bei der Geschichte.
Zum Abschluss gab es noch Autogramme von Nikola Huppertz – ein schöner Schlusspunkt für die Kinder.





