Nenndorfer TANDEM-Mentorenprojekt ist ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit
Nina Halfaoui ist glückselig. Dank des Mentors, der ihren Sohn am Gymnasium im Rahmen des TANDEM-Mentorenprojektes begleitet, geht er wieder gerne zur Schule. „Der Mentor glaubt fest an ihn, und deshalb ist das Tandem wie eine Schachtel Pralinen für uns“, freut sich die Mutter des Fünftklässlers und lacht bei diesem Vergleich.
Das deutsche Bildungssystem ist unbestritten reformbedürftig und bereitet junge Menschen nur bedingt auf die zukünftigen Herausforderungen des Berufslebens vor. Gerade wegen des zunehmenden Einsatzes von KI und der Digitalisierung in den Schulen und im privaten Umfeld gewinnen Kommunikations- und Urteilsfähigkeit eine immer größere Bedeutung. Dafür setzen sich rund 70 Mentoren und Scouts – letztere engagieren sich in der Talentförderung der Oberstufe -, ein. Sie bilden fast 100 Tandems in Nenndorfer Kitas, an der Grundschule und dem Gymnasium Bad Nenndorf. Alle Teilnehmenden machen sich für den Nachwuchs stark und verstehen sich als Teil der Lösung für mehr Bildungschancen.
Unsere Projektleiterin Elisabeth Meyer-Engelke initiiert durch ihr Mentorenprojekt einen „humanen Kreislauf des Miteinanders“. „Die Mentoren teilen mit den Schülern und Schülerinnen Lebenserfahrungen und motivieren gleichzeitig bei der Wissensvermittlung. Somit profitieren unterschiedliche Generationen voneinander“, erläutert sie die Vision der Bildungsinitiative.
Inzwischen haben Mentorinnen und Mentoren in ihren Betrieben selbst Mentoring-Programme eingeführt und ehemalige Talente engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich. Harald Pinkepank ergänzt in seiner Eigenschaft als langjähriger Mentor, „dass für ihn das Ehrenamt ein Gesundbrunnen ist und ihn vor Unzufriedenheit schützt, weil er weiß, wofür er morgens aufsteht“.
Alle Mentorinnen und Mentoren haben sich die Philosophie zu eigen gemacht, dass es ohne „Bindung keine Bildung“ gibt. Diesem Credo pflichtet Mentorin Susanne Hasse bei. „Anfänglich dachte ich, dass es nur um ein bisschen lesen geht“. Doch inzwischen hat sie die Erfahrung gemacht, dass es ihr durch gezielte Unterstützung gelungen ist, ihren Grundschülern wieder die Freude am Lernen zu vermitteln. Sie freut sich darüber, dass sie Selbstwirksamkeit erfahren und zuversichtlich in ihre Zukunft blicken.
Spende von der Sparkasse Schaumburg

Heiko Trieschmann, Vertreter der Sparkasse Schaumburg, überreichte am 11. Juni 2026 im Rahmen der alljährlichen Sommerferienbuchaktion eine Spende in Höhe von 500,00 € an das TANDEM-Mentorenprojekt. Er ist von dem Projekt überzeugt. „Gut ausgebildeter, innovativer und emphatischer Nachwuchs ist die Basis für einen gelungenen Eintritt in das Berufsleben“, ist er sich sicher. Für ihn ist es dabei unerheblich, ob die Berufseinsteiger Wärmepumpen installieren, ein Start-up gründen oder einen Pflegeberuf ergreifen. In allen „Projekt-Tatorten“, so schildert die Projektleiterin begeistert, geht es darum Potentiale zu entdecken und auch Freude zu haben – wie bei dem Anblick einer Schachtel Pralinen.
Meyer-Engelke liegt die Talentförderung besonders am Herzen. Es ist das Sahnehäubchen, denn wenn die Talente ihr Potential entdecken, spricht die Zukunft zu ihnen. Das bestätigt Carla Fengler, die sich im Workshop einem Bewerbungsgespräch stellt. Dieses war für sie wie ein Motivationsschub. Im Feedback spricht sie begeistert davon, dass sie ermutigt wurde, Architektur zu studieren. Fazit aller Talente beim Abschlussessen ist die Erkenntnis, dass sie nicht gedacht hätten, wie cool das Projekt ist. Bei allem Einsatz von KI ist es ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit. Durch Selbstwirksamkeit, Kreativität und reflektiertes Denken eines jeden einzelnen wird die Welt zum besseren verwandelt.
Wer Lust hat, sich ehrenamtlich im Mentoring-Projekt zu engagieren, kann sich gerne bei der Projektleiterin, Elisabeth Meyer-Engelke, per Mail: meyer-engelke@stiftung-help.de melden.




